|
| Weggefährten: Erinnerungen und Reflexionen
|
| |
Neue Memoiren des Altkanzlers
• • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
Rezension bezieht sich auf: Weggefährten (Gebundene Ausgabe) Der deutsche Altkanzler schreibt Memoiren. Wieder einmal, könnte man boshaft sagen, denn schon in "Menschen und Mächte" und "Deutschland und seine Nachbarn" blickte er auf seine politische Laufbahn zurück. Nun schreibt er in einem für einen Politiker überaus gutem Stil über "Weggefährten", über Menschen denen er in seinen über 80 Lebensjahren begegnete. Bemerkenswert, wie dieser oberflächlich so kühle Hanseat die Kunst im allgemeinen und Künstler wie Inge Meysel, Loriot, Karajan im besonderen liebte. Obwohl allgemein bekannt war, dass Helmut Schmidt passabel Kalvier spielt (es gibt sogar eine Schallplatte, auf der er mit Justus Frantz und Christoph Eschenbach zu hören ist), fragt sich, wann dieser Spitzenpolitiker Zeit fand, diese Liebe zu pflegen. Den etwas langatmigen Kapiteln über Banker und Ökonomen, folgen Themen, in denen Schmidt eine unbestrittene Koryphäe ist: Politiker und Journalisten. Erstaunt liest man, daß Axel Springer fast SPD Mitglied geworden wäre und erst nach einer geschiterten Moskaureise zum gestandenen Konservativen mutierte; fast rührend wirken Schmidts Worte zu Frau Dönhoff. Ausführlich wie selten zuvor werden seine politischen Freundschaften im Ausland beschrieben, mit Valerie Giscard d`Estaing und Kissinger, mit Gerald Ford und dem Japaner Fukuda, aber auch seine befremdliche Sympatie für den Despoten aus Singapur Lee Kuan Yew oder den Putschisten Sadat. Mit Vergnügen liest man des Altkanzlers Spott über die geistigen Fähigkeiten Ronald Reagans.(Mit einem Abrüstungsvorschlag Gorbatschows in Rekjavik 1986 habe der damalige Generalsekretär Reagan "inrellektuell überfordert". Gorbatschow erwiderte:"Das stimmt.") Und wer auch wußte, dass Franz Josef Strauß über den Park des Bundespräsidenten unbemerkt von der Öffentlichkeit ins Bundeskanzleramt kam, konnte doch niemals deren Begrüssungsformel erahnen: Schmidt:"Na, Sie alter Gauner?" Stauß:"Na, Sie alter Lump!" Was der Altkanzler zur eigenen Partei bemerkt, die Vorbilder Kurt Schumacher, Karl Schiller, Carlo Schmid und Fritz Erler, die Auf und Abs im Verhältnis zu Willy Brandt, die Kritik an Eppler und anderen jüngeren, bildet sicher den Höhepunkt von "Wegegefähten". Leider wird er unterbrochen: Schmidt verweigert die Auseinandersetzung mit den Engholms und Lafontaines explizit. Der jetzige Bundeskanzler Gerhard Schöder (SPD) wird im Namensregister sogar mit dem ehemaligen Außenminister Gerhard Schröder (CDU) in einen Topf geworfen; eigentlich schade. Dennoch für politisch interessierte: Pflichtlektüre.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 2. September 1999 | | |
| | | | |
| | | Zur Übersicht ... |
 |  |  |  |  |  | | |
| |
Angebote zu , , ab 1 Euro!
|
| Siehe auch folgende Artikel: |
|
|  | | Außer Dienst: Eine Bilanz Hand aufs Herz Helmut Schmidt: Die Biographie Auf der Suche nach einer öffentlichen Moral: D... Globalisierung: Politische, ökonomische und ku... Die Mächte der Zukunft: Gewinner und Verlierer...
|
| | Mehr zu Geschichte, Deutschland, Politik, Wirtschaft, Deutsche Politik
|
| | Home ..., , Begleitseite ... |
|
|
| | Herausgeber dieser Seite ist DomainLoc.com GmbH - Partner von |
|
| The domain name comments.de is for sale or rent! For more information look at DomainDorado.com ... | Copyright © DomainLoc.com GmbH (Impressum) |
| |