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Zehnfacher hochinteressanter Gedankenaustausch auf der Zielgeraden in das neue Jahrhundert.
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Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 100 REZENSENT) (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Jahrhundertwende: Gespräche mit Lee Kuan Yew, Jimmy Carter, Shimon Peres, Valéry Giscard d'Estaing, Ralf Dahrendorf, Michail Gorbatschow, Rainer ... Kissinger, Helmut Kohl und Henning Voscherau (Gebundene Ausgabe) Im Laufe des zweiten Halbjahres 1997 lud Helmut Schmidt zehn Gesprächspartner nacheinander zum Gedankenaustausch, über die weltweit sich abzeichnenden Entwicklungen, über berechtigte Hoffnungen und offensichtliche oder sich anbahnende Probleme. Die Gesprächspartner allesamt große Persönlichkeiten internationaler Politik. Und Schmidt macht es sich wahrlich nicht leicht und bittet nur Staatsmänner wie den ehem. französischen Präsidenten Valéry Giscard d'Estaing, Rainer Barzel oder Henry Kissinger, mit denen er freundschaftlich verbunden ist zum Dialog. Er begegnet auch dem ehem. US-Präsidenten Jimmy Carter zum Zukunftsgespräch, mit dem sich die Zusammenarbeit während beide in Regierungsverantwortung ihrer Länder standen eher kompliziert gestaltete. Unter den Gästen Schmidts ist auch sein Amtsnachfolger Helmut Kohl (zum Zeitpunkt des Gesprächs noch im Amt), mit dem sich das Verhältnis auch nicht durch besondere menschliche Zuneigung auszeichnete. Jedes der insgesamt zehn Gespräche ist in vielerlei Hinsicht hochinteressant. Vor allem der Zukunftsgedanken wegen, aber auch der Erkenntnis wegen, daß es zum selben Problem wohlüberlegte und doch sehr unterschiedliche Lösungsansätze geben kann, oder die Gewichtung, oder Wahrnehmung von Problemen oder Chancen von unterschiedlichen geopolitischen Standpunkten aus, auch sehr unterschiedlich ausfallen kann. Zum Gewinn wird die Lektüre auch, weil bei (fast) allen Gesprächspartnern ein sehr hohes Maß an politischer Weitsichtigkeit und Langfristigkeit in den Überlegungen dominiert. Das ist im Kontrast zum tagespolitischen Gebrabbel mit einhergehender Wichtigtuerei besonders wohltuend. Nicht zuletzt, blitzt natürlich gelegentlich auch Schmidts scharfe Zunge durch, was die Ernsthaftigkeit der Gespräche aber nie gefährdet. Ein Beispiel: Kohl erinnert gerade etwas im Zusammenhang mit der legendären britischen Primierministerin Magret Thatcher, der eisernen Lady, Schmidt wirft ein "Hatten sie auch so kraftraubende Auseinandersetzungen mit ihr?" Kohl nickt, Schmidt: "Ha, das gönn ich Ihnen." Das hat Stil. Lesenswert, auch nach Jahren.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 6. Juni 2011 | | |
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